Ausrüstung – was braucht man, was macht Sinn
Diese Seite ist in zwei Bereich aufgeteilt, in dem einen findet sich die Bekleidung (gleich hier im Anschluss) und weiter unten dann weitere Ausrüstung.
Bekleidung
Ein Wort vornweg: Es macht keinen Sinn, an der Ausrüstung und damit am falschen Ende zu sparen. Ganz im Gegenteil. Beim Motorradfahren mußman immer damit rechnen, daß es zum Unfall kommt. Unter diesem Gesichtspunkt ist auch die Auswahl der Schutzkleidung zu sehen. Ob man sich nun für Leder oder Textil entscheidet ist jedem selbst überlassen. Aber kauft bitte nicht irgend so einen Billigramsch, Eure Gesundheit wird es Euch im Falle eines Falles danken. Auch bei Helmen ist bei vermeintlichen Sonderangeboten Vorsicht geboten. Helme müssen heute die EC05 Norm erfüllen und entsprechend gekennzeichnet sein. Es muß kein Helm für 300,- Euro oder mehr sein, einer für 150,- Euro tut es auch. Aber viel weiter drunter würde ich nicht gehen. Jet-Helme sind in meinen Augen Müll, weil sie die Kinnpartie in keinster Weise schützen. Nur ein Vollintegralhelm kann das, und wenn ich an meinen Unfall denke, weiß ich, warum man einen Integralhelm trägt. Weil besser ist das.
Ein Wort vielleicht noch zu Second Hand und Online-Auktionen. Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden, wenn man gebraucht günstiger an gute Ware herankommt, die auch in gutem Zustand ist, dann sollte man das nutzen. Aber: Ich persönlich bin kein Freund davon, gerade Helme in einer Online-Auktion zu kaufen. Gleiches gilt für den Versandhandel. Warum? Man kann den Helm nicht überprobieren und wenn er nicht paßt zurückgeben. Jedenfalls bei den gängigen Auktionen geht das nicht. Einen Helm würde ich immer unbedingt im Laden kaufen, dort eine Trageprobe machen und wenn möglich auch eine Probefahrt, siehe auch unten. Letztlich muß das jeder für sich entscheiden, aber ich wollte doch nochmal darauf hinweisen.
Der Helm
Wichtigstes Kriterium: Anständig sitzen muß er. Wie das aussieht? Aufsetzen, zumachen, und dann schauen, wieviel er sich bewegt. Er soll sich sowenig wie möglich hin und her bewegen lassen, wobei er natürlich auch nicht so stramm sitzen darf, daß er drückt. Wenn ein Helm ausgeguckt ist, am besten eine Probefahrt mit diesem Helm machen. Ein gutes Helmgeschäft räumt diese Möglichkeit ein, wenn man sich mit festen Kaufabsichten trägt.
Helme gibt es in verschiedenen Ausführungen. Generell unterscheidet man zwischen Integralhelmen und Jethelmen. Jethelme haben den Vorteil, daß sie recht luftig sind, was im Sommer natürlich recht angenehm ist. Sie haben allerdings auch erhebliche Nachteile: Da sie nicht über einen Kinnschutz verfügen wie der Integralhelm, kann es bei Unfällen hier erhebliche Verletzungen geben. Aus eigener Erfahrung gebe ich daher dem Integralhelm den Vorzug. Zudem habe ich auch schon Jethelmfahrer bei strömendem Regen beobachten dürfen. Nein, muß ich nicht haben.
Bei den Integralhelmen gibt es auch sogenannte Klapphelme, bei denen man das Kinnteil komplet hoch klappen kann. Das ist praktisch, wenn man z.B. bei Tankstops oder Fotopausen nicht jedesmal den ganzen Helm abnehmen will. Mir ist übrigens zu Ohren gekommen, daß einige Tankstellen es auch gar nicht mehr gern sehen, wenn man mit aufgesetztem Helm an die Kasse kommt, weil man mit dem schlimmsten rechnet. Da ist dann ein Klapphelm schon recht praktisch.
Wichtig beim Helmkauf: Die Helme müssen heute der EC04-Norm entsprechen. Denn nur diese Helme sind für den Strassenverkehr zugelassen. Ein entsprechender Hinweis ist in der Regel in den Helm auf einem gelben Etikett eingenäht.Wer allerdings noch einen alten Helm in seinem Besitz hat, der darf ihn weiterbenutzen, allerdings sollte man das Alter des Helmes berücksichtigen, denn ein zu alter Helm hat faktisch keine vernünftige Schutzwirkung mehr. Als Faustregel gilt, daß Helme aus Plastik nach etwa 5 Jahren zu wechseln sind, Helme aus Glasfaser nach 10 Jahren.
Jacke, Hose oder Kombi
Hier scheiden sich die Geister, es ist zwar nicht unbedingt ein Glaubenskrieg, aber letztens muß es jeder selbst entscheiden. Die Rede ist von der grundsätzlichen Wahl zwischen Leder und Textil. Unbestritten hat Leder immer noch die beste Schutzwirkung, wenn es um Abrieb geht. Textilanzüge nähern sich aber immer weiter dieser Qualität und finden mittlerweile auch eine weite Verbreitung. Leder hat den Nachteil, daß es recht schwer ist und gegen Nässe praktisch keinen Schutz bietet. Es gibt zwar Lederanzüge, die einen gewissen Nässeschutz geben, aber die sind dann, so sie etwas taugen sollen, recht schnell bei über 2.000,- DM. Textilanzüge bieten meist einen bequemeren Sitz und auch einen brauchbaren Schutz vor Nässe – Stichwort Goretex.
Bleiben wir also bei dem, was der Otto-Normal-Verbraucher sich leisten kann und will. Ich persönlich fahre eine Kombination aus einer Textiljacke und einer Lederhose. Bei leichtem Regen schützt mich die Vollverkleidung meiner Maschine so gut, daß die Beine quasi trocken bleiben, nur bei mehr Regen ziehe ich dann noch eine Regenhose drüber. Die Jacke ist wasserdicht.
Wer es mag, kann sich auch einteilige Lederanzüge anschauen, mir sind die Teile aber zu unflexibel.
Stiefel
Wenn nicht woanders, dann kommt es hier darauf an, für welchen Einsatzzweck sie gedacht sind. Es macht nämlich schon einen Unterschied, ob man Touren-, Renn- oder Endurostiefel trägt.
Grundsätzlich sollte beachtet werden, daß ein Motorradstiefel im Bereich der Knöchel besonders verstärkt ist, damit er den Fuß im Falle eines Falles stützen und vor allem schützen kann. Weiter sollte man Wert darauf legen, daß die Stiefel über ein Fußbett verfügen, denn wenn man doch mal einen kleinen Fußmarsch machen will, werden die Knochen es einem danken, zudem läuft es sich besser.
Ich habe bei den letzten Stiefeln, die ich 1996 gekauft habe, den Fehler gemacht, gerade auf letzteres nicht zu achten, was mir massive Probleme bereitet hat, da meine Knochen ja leider nicht mehr so ganz heil sind. Ich fahre seit Sommer 1997 einen Tourenstiefel von Daytona (Roadstar GTX), weil dieser Stiefel einen guten Tragekomfort besitzt, wasserdicht ist und mit denen man auch mal ein paar Schritte laufen kann.
Rennstiefel sind im Prinzip ähnlich aufgebaut wie Tourenstiefel, allerdings verfügen sie in der Regel an den Außenkanten über Verstärkungen und Schleifer (für die Schräglagen 🙂
Endurostiefel sind deutlich massiver aufgebaut, da sie im Geländeeinsatz mehr belastet werden, wenn der Fahrer sich am Boden abstützen muß.
Handschuhe
Auch hier gilt Safety first. Natürlich kann man mit 0815 Handschuhen für 10 Mark lostigern, aber der Sinn der Sache ist das nicht gerade. Oberste Devise ist, der Handschuh soll im Falle eines Sturzes die Hand schützen. Von daher sollte man sich im Laden ausführlich beraten lassen und darauf hinweisen, daß man einen entsprechenden Handschuh möchte. Weitere Aspekte sind Wärme- und Nässeschutz. Auch hier sollte man sich in Ruhe umsehen.
Weitere Ausrüstung
Es gibt einige Dinge, die sollte man am Mopped haben. Und es gibt Dinge, die man nicht benötigt. Einige solcher Dinge will ich an dieser Stelle aufführen.
Kommen wir zunächst zu den praktischen Dingen.
Koffer
Sehr praktisch sind Seitenkoffer. Diese gibt es in verschiedenen Größen und Formen von verschiedenen Herstellern. In der Regel bieten zumindest die Motorradhersteller Koffer an. Diese sind aber manchmal nicht die beste Lösung, sei es von der Optik her, sei es von der Kapazität oder Verarbeitung her.
Verbandskasten
Nein, ich meine nicht diese klobigen Teile die man aus dem Auto kennt 🙂 Es gibt im Zubehörhandel kleine, handliche Verbandspäckchen, für die sich am Motorrad ein Plätzchen finden sollte. Übrigens: Wer mit dem Mopped ins Ausland fährt, sollte darauf achten, daß dort ein Verbandskasten Pflicht sein kann, wie z.B. in Österreich.
Spanngurte
Als sehr nützlich können sich diese Teile erweisen, um schnell mal etwas zu befestigen, sei es Gepäck oder um ein Teil des Moppeds zu sichern, daß sich aus welchen Gründen auch immer verselbstständigen will.
Taschenlampe
Nichts ist ärgerlicher, als Nachts irgendwo liegen zu bleiben, und im Dunkeln an der Maschine fummeln zu müssen. Hilfreich sind hier die kleinen Mini-MagLites.
Navi
Eines meiner Lieblingsspielzeuge, mein Garmin GPS 12map. Es handelt sich hierbei um ein Handheldgerät, welches von den Ausmessungen her kaum größer als ein durchschnittliches Handy ist. Mit diesem Gerät kann man einige nette Dinge treiben. Dieser Garmin ist der Nachfolger zu meinem GPS 38 und 12XL, wobei ersterer im Speicher und im Empfangsteil etwas eingeschränkt war und für meine Zwecke nicht mehr ausreichend war, zweiterer hatte noch nicht über die Kartenfunktion verfügte.
Eine Beispielanwendung für GPS am Motorrad inmitten der Zivilisation:
Man plant eine geführte Tour in eine Gegend, die nicht unbedingt zur Hausstrecke zählt. Wenn man nun eine Vortour fährt, kann man wichtige Wegepunkte in diesem Gerät speichern und fährt bei der Tour einfach diese Wegepunkte ab. Das spart das Kartenlesen, was schließlich nicht ganz ungefährlich ist, während man fährt, und wer will schon mit einem Pulk an Moppeds alle naselang anhalten um sich zu orientieren.
Bordsprechanlage
Die einen freuen sich, wenn sie auf dem Motorrad auch mal Ruhe haben, die anderen geniessen auch beim Fahren eine gepflegte Konversation. Zum Abstimmen, unterhalten oder wenn man in unbekannten Gefilden etwas sucht ist eine Sprechanlage am Motorrad sehr hilfreich. Man muss sich dann nicht anbrüllen oder irgendwelche Klopfzeichen verabreden. Früher, vor den Zeiten eines Motorradnavis war sie sehr nützlich für die Aufgabenteilung: einer fährt, der andere navigiert.
Heizgriffe
Heizgriffe sind etwas feines. Mögen sie auf den ersten Blick vielleicht von den „Cracks“ als Weichei-Equipment abgetan werden, so sind sie bei Regenfahrten oder in der kalten Jahreszeit ein nicht zu unterschätzendes Ausrüstungselement, daß zum einen die Finger warm und damit beweglich hält, zum anderen fängt die Kälte immer an den Extremitäten (Arme, Beine) an, in den Körper zu kriechen, was der Fahrsicherheit abträglich ist. Wer sie hat, möchte nicht mehr auf sie verzichten.