Ausritt auf der K 1200 LT

k1200lt
BMW K 1200 LT (Foto: BMW)

Nach meinem kleinen Pech mit meiner RT habe ich für die von mir geführte Tour eine 2000er K1200LT mit rund 15.0000 km bekommen. Nun ist dieses Gerät nicht gerade eins der kleinsten, eher im Gegenteil. Spätestens hier nimmt man nicht auf, sondern im Motorrad Platz. Wer schon mal einen PKW von BMW gefahren hat, der wird von wohlbekannten Zifferblättern im Cockpit empfangen. Selbiges ist vollständig mit Tankuhr, Uhr, Temperaturanzeige und diversen Konrollleuchten bestückt, inklusiver der Leuchten für Tempomat und Rückwärtsgang.

Die LT selbst fährt sich eigentlich ganz gut. Man muß sich an einige Eigenheiten gewöhnen: Es kann gut passieren, daß sie ab einer bestimmten Schräglage mit etwas Kraft aus der Kurve heraus befördert werden will, da sie nicht so neutral liegt wie ich das von der RT gewöhnt bin. Das Fahrwerk schluckt Unebenheiten gut weg und solange man nicht im Tiefflug durch Bodenwellen geprägte Kurven düst, läuft man auch nicht Gefahr, den Hauptständer zum Verschleissteil zu degradieren. Selbiger hängt nämlich bedauerlicherweise etwas sehr tief. Sonst kann man mit der Maschine relativ flott unterwegs sein und zwar auch ohne Drehzahlen zu orgeln, der Reihenvierzylinder hängt gut am Gas und dreht auch willig von unten heraus, was mir natürlich sehr gut gefällt. Allerdings läuft man als Boxerfahrer Gefahr immer zu schnell unterwegs zu sein, da man nicht die gewohnte Rückmeldung vom Motor bekommt 🙂

Die Bremsen: Das Fußbremspedal ist groß dimensioniert, was allerdings nur im Zweipersonenbetrieb wirklich etwas nützt, sonst zeigt sich die LT selbst bei vollem Tritt relativ unbeeindruckt. Erst die Handbremse verzögert den Dampfer, verlangt nach einer kräftigen Hand, dann aber auch vehement.

Das Windschild. Dieses Teil ist einfach nur monströs, dafür findet man bei Landstrassentempo dahinter ein ruhiges und gemütliches Plätzchen, Raucher dürften hier auch während der Fahrt auf ihre Kosten kommen – hätte BMW an einen Zigarettenanzünder gedacht, wie es ihn früher einmal gab. Anzumerken ist, das sich das Windschild auf der Autobahn ab einer bestimmten Geschwindigkeit nicht mehr hochfahren läßt, da der Winddruck zu groß wird.

Nett beim Rangieren fand ich den Rückwärtsgang, denn wenn man auch nur ansatzwiese rückwärts bergan muß oder das Terrain etwas uneben ist, dann ist das Teil Gold wert, schiebt er die LT doch gemütlich aus der Parklücke. Nicht so richtig überzeugt hat mich das Getriebe, der erste Gang will mit Nachdruck eingelegt werden, und wenn in der Ganganzeige eine 1 steht heißt das noch lange nicht, das der erste auch wirklich drin ist.

Fein ist auch das Audiosystem, überzeugt es doch durch guten Klang und ist für Fahrer und Beifahrer auch bei höheren Geschwindigkeiten noch vernehmbar. Für den Beifahrer gibt es in das Topcase integrierte Lautsprecher und auch eine Bedieneinheit, um das Radio lauter oder leiser zu stellen sowie einen anderen Sender zu suchen. Das Radio regelt die Lautstärke geschwindigkeitsabhängig mit.

Es hat durchaus Spaß gemacht, dieses Schiff mal ein Wochenende zu bewegen, allerdings ist es mir persönlich zu schwer und zu groß. Bestimmte Ecken möchte ich damit auch nicht befahren, gerade weil sie im unteren Geschwindigkeitsbereich sehr kippelig ist, das muß ich dann nicht haben.